Wie aus dem Nichts

(Gedankengedicht zum Thema Zwiespalt)


Plötzlich quoll so etwas wie Sehnsucht,
aus jeder meiner Poren,
es schien als hätt sich die Vernunft,
ganz gegen mich verschworen.

Versuche scheitern kläglich,
wollt ich dir nur beschreiben,
warum es so unerträglich
- sich anfühlt - dieses Leiden.

Mag sein, dein Lied nahm mich gefangen,
deine Stimme ging so tief,
konnt' mich plötzlich nicht mehr wehren,
es war, als wenn dein Text mich rief...

zu deinen Händen, deinem Mund,
zu deiner Seele, deiner Haut,
es war als wärest du mir nie fremd-
sondern lange schon vetraut.


M.Brandt

 

 

Zugvogelzeit

(Gedankengedicht zum Thema Vergänglichkeit)


Gestern noch Spätsommer
und jetzt reißt der Herbst
wild an Kirschbaumzweigen.
Gestern noch in deinem Arm,
nur so - zur Begrüßung,
doch mir war ganz warm,
von deiner Nähe
und meinem dich mögen....

Ach, wenn Momente
nicht immer -
wie Schwalben
weiterzögen.


M.Brandt

 

 

Abgedriftet

(Gedankengedicht zum Thema Melancholie)


Und wieder mach ich mich
auf den dunklen  Weg
durch meine Melancholie
Sie holt mich immer mal wieder ein
So ganz entkomme ich ihr nie

Sie erobert mein Herz
im Sturme
überall kann es mich treffen
und dann versuche ich
mit Baum und Mond
über das was mich quält
wie mit einem Freund zu sprechen

weil es Menschen überfordert
was meine Seele tief berührt
weil ich so vieles einfach dafür liebe
weil es mich
für eine Sekunde verführt
und ich dafür sterben würd
in dem Moment
wo es passiert


M.Brandt

 

 

Am Anfang war das Wort

(Gedankengedicht zum Thema Freundschaft)


Verbundenheit
die ewig währt
besteht zwischen
unser beider Herzen

Keiner von uns
kommt da je raus
zwecklos jeder Versuch
Es würde eh nur schmerzen

Eins geworden
mit jedem Wort
mit jedem Blick
mit allem
was uns irgendwo tief berührte

und jenes Gefühl erweckte
das dem anderen entging
uns selbst erschreckte
und doch nur näher
zueinanderführte


M.Brandt

 

Wo endlich alles schweigt

(Gedanke zum Thema Du und Ich)


Alle Träume
an dir ausgelebt
Mich mit meinen Gedanken
an deine Brust gebettet

Deinen Herzschlag
darin untergebracht
Er passt so gut ins Bild
gibt ihm eine lebendige Note

Da ist kein Sehnen mehr
keine offenen  Fragen
Hab mich in die Tiefe geliebt
wo alles schweigt

M.Brandt

 

 

 

Bring mich näher


Bring mich näher an die Gewissheit,
da ist mehr als nur Oberfläche,
mehr als nur Gerede, das nichts sagt,
mehr als nur ein flüchtiges Gefühl
und schaler Geschmack am Morgen
im Mund und Herz, der gierig nagt...

Gib mir die Hoffnung zurück,
die ich verloren in so vielen kalten Nächten,
in denen die Lüge an meiner Seite lag.
Abgegriffen ist jedes Versprechen,
Stumpfsinnigkeit steckt in meinem Mieder,
gib mir doch den Glauben an das Wahre wieder!

Lass die Hüllen fallen,
und ich bete das ich dahinter noch etwas finde.
Nimm die Leere fort ,
die sich in meinem Nacken festgebissen hat.
Kein Kuss kann sich dort niederlassen,
und alles was in der Nacht erstrahlte, ließ der Tag erblassen.

Schenk mir den Sieg nach dieser Schlacht,
ich verlor der Liebe bester Freund "Vertrauen."
Wenn so ein Freund nicht an deiner Seite wacht,
worauf soll man dann noch bauen?
Bin müde der Entäuschungen, der Suche nach dem Sinn.
Wer bin ich nur, dass ich nicht so wie alle bin?

M.Brandt

 

 

Klang des Mondes

 

Wie oft hab ich versucht,
dir den Klang des Mondes zu übermitteln,
wollte dich teilhaben lassen an dem,
was er vermag, in mir zu rühren.

Doch du hast nur dem Klang
des Rock's gelauscht,
einem Rythmus,
der jede Pore vibrieren lässt
und jeden Gedanken
aus dem Hirn posaunt.

Ich wollte dich
dem Leisen (mir) näher bringen,
dem, was die Macht hat,
ins Herz zu flüstern,
bis du neben deiner Seele stehst
wie neben einem alten Freund,
dem, was die Magie hat,
mitten in einem Traum zu stehen,
ohne zu schlafen.

Die Stille war nicht deine Welt
und die Laute-
nie die meine!



Copy M.Brandt

 

 

Na sowas



Für dich war es ein Vorwurf
für mich nur eine Frage

Für dich war es Angriff
für mich Verteidigung

Für dich war es Verrat
aber für mich

WAR ES LIEBE


Copy M.Brandt

 

 

Gedankensüchtig
 

Unerklärlich ist es mir
wie du den Weg
in meine Gedanken gefunden hast

Gänsehaut
umgibt mein Herz
weil du es so berührst

Jede einzelne Nacht ist seitdem
getränkt mit sündigen Träumen
die mich durch den Tag zerren

Mag die Fantasie
mich pausenlos peitschen
Nie war ich willenloser

Copy M.Brandt

 

 

Hineingeschmolzen


Möchte dir die Kühle des Mondes
auf den liebesgeschundenen Leib legen.
Unter seinem Silber
sollst du wieder zur Ruhe kommen.

In diesen Atemlos-sekunden
möchte ich mich hineinschweigen
in deinen Schoß.

Umgeben von schweißgetränkten Laken,
die sich um unsere Hüften schlangen,
als wollten sie das Geschehene nicht loslassen.

Einschmelzen möchte ich diesen Augenblick
und ihn in meiner Blutbahn
durch den Körper schicken.
Immer wieder mitten durchs Herz ...

Lebenslang!


© M.Brandt

 

 

Vielleicht nur einmal

 

Vielleicht nur einmal im Leben,
wird es uns beide geben.
Vielleicht nur ein paar Sekunden,
Stunden oder Tage.
Wer kann das schon sagen?

Vielleicht halten wir nur einmal
unsere Hände,
oder es kommt zu einem Kuss.
Ich denke nicht darüber nach,
denn es kommt eh,
wie es kommen muß.

Nehme es so hin,
ohne zu fragen.
Nicht alles ergibt
sofort einen Sinn,
man muß es einfach wagen.

Vielleicht nur einmal im Leben,
wird mein Herz dir gehören,
nur ein paar Takte lang,
das deinige stören.

Kann sein,
dass sie im Gleichklang schlagen,
sie werden sich verstehen,
ganz ohne was zu sagen.

Vielleicht nur einmal im Leben,
für eine kleine Ewigkeit,
wird es uns beiden geben.

© Martina Brandt

 

 

Schauderhaut

Gedankengedicht zum Thema Begegnung


Ein süßes Geheimnis
liegt verborgen in meiner Brust
Aus meiner Lendengegend
fliesst wie goldner Honig
feurigheiße Lust

Zu nah gekommen
warmer Atem im Vorrübergehen
Deine Augen in meine versenkt
hast du mir einen Blick
tief in deine Seele geschenkt

Hast mir etwas genommen
ohne die Hände auszustrecken
hast mein Herz im Sturm erklommen
gingst nicht vorbei
ohne Totes zu erwecken

Ohne deine Haut zu berühren
ohne deine Lippen zu streifen
keine Stimmen die mich riefen
Es ist kaum mehr zu begreifen
ein unsichtbares Verführen
tiefster Tiefen

Auf einer Ebene erwischt
die anderen unzugänglich ist
Nun klingt in mir eine Melodie
die nicht von dieser Erde ist
Herrgott wie hab ich das vermisst

© M.Brandt

 

 

Tieftaucherin

 

Ich suche keine Affäre

will keine Nächte

mit halben Herzen verbringen

Vergehen will ich

Entweder ganz oder gar nicht

 

Es muss nicht für immer sein

Auch ein Augenblick

kann Ewigkeit in sich tragen

Es soll tief gehen

unheimlich tief

 

Ich mag kein Schwimmen

an der Oberfläche

Da ist nur kalter Schaum

Ich möchte untertauchen

denn Perlen liegen auf dem Grunde

 

©  M.Brandt

 

Er hatte etwas

Gedanke zum Thema Betrachtung


Hey,
da draußen, da war ein Typ
der erinnerte mich an dich.
Nein...nicht dass ich ihn kennen würde,
ich kenne ihn eigentlich
noch etwas weniger als dich
und im Grunde kommt das nah an GAR NICHT.

Und doch,
das bisschen was ich von dir kenne,
gemischt mit den 97 % die ich mir zusammenreime,
dieser Typ da, wäre das Ergebnis.


Er hatte etwas rauhes
und unnahbares.
Er hatte etwas einsames
und verloren wirkendes.
Er hatte etwas starkes
und doch spiegelt sein Blick
die Zerbrechlichkeit seines Innern wieder.

Er hatte etwas,
das meine Phantasie durchbrennen lies,
das mich innehalten ließ.
Er hatte so etwas
von dir....


M.Brandt

 

Hinter Glas

Gedicht zum Thema Cyberlove


Manchmal seh ich deinen Namen
und er brennt sich in mein Herz
Sehnsucht kennt dann kein Erbarmen
leise stellt sich ein der Schmerz

Und ich starre auf auf die Stelle
wo Buchstaben für dich hier stehn
spüre eine Freudenwelle
so glücklich bin ich dich zu sehn

Und dann träume ich mich zu dir
wünschte mir du würdest spüren
wie am Bildschirm
ich versuche
deinen Namen zu berühren

M.Brandt

 

Flüchtling

Gedanke zum Thema Denken und Fühlen


Unsagbar schwer
wenn einem das Herz unaufhörlich
zu jenem Menschen hinzieht
der einem immer ein paar Schritte
vorausgeht oder flieht

M.Brandt

 

 

Bis heute habe ich geglaubt
alles sehen zu können,
weil ich mit gesunden Augen zur Welt kam
Doch es gibt weitaus mehr,
als das, was je mein Blick  erreichen kann.

Es ist schon ein großes Glück an sich,
mit allen Sinnen ausgestattet zu sein.

Bis heute habe ich geglaubt,
alles fühlen zu können,
weil mein Herz kräftig schlägt,
aber ich hab nicht mal einen Bruchteil
davon zu fassen gekriegt.

Es war schon ein Glück an sich,
zu spüren,
dass es Menschen gibt,
die seinen Takt verändern können...

Die Hälfte meines Lebens ist um,
liegt hinter mir-
und ich werde das Gefühl nicht los,
nicht alles ausgeschöpft zu haben,
sondern nur einen minimalen Teil,
fast nicht einmal der Rede wert.

Irgendwo gibt es noch etwas ganz Großes,
etwas, wofür es keine Worte gibt,
was sich mir noch verschließt.
Ich weiß, es wartet auf mich,
aber ich kann den Schlüssel nicht finden.

Doch seid dein Blick
durch mich hindurch floss,
hatte ich das Gefühl,
ganz in seiner Nähe zu sein....

© M. Brandt


 


Dich vor mir


Dich vor mir
und ich kann nicht mehr denken,
nur auf diesen wahnsinnig
erotischen Mund starren.

Hände wollen fliehen-
Richtung deiner Haare,
diese durch Finger gleiten lassen,
wie kühle Seide.

Keinem deiner Butterblicke
möchte ich entkommen.
Jeden Kuss von dir heraufbeschwören,
diesem süße Gift
Stirn und Mund bieten.

All das eingraben
in einer Erinnerung,
die der Realität
größte Konkurrenz macht.

@M.Brandt

 

Stets von vorn


Wieder und wieder derselbe Film:
Meine erste zaghafte Berührung.
Dein Erdbeben unter Haut und Blick,
als Antwort darauf.
Atemstöße,
entkommen fast übermütig
unseren Wanderlippen,
jagen sich durch das Zimmer,
wie junge tollende Hunde,
um sich dann spielerisch
ineinander zu verbeißen.
Wir tun es ihnen nach
in dieser Nacht,
und nun läuft dieser Film
Nonstop an jeder Ecke,
anlehnend an jedem Lidschlag....

M.Brandt

 

 

Noch schlafwarm

 

Wenn ich meinen Blick in dein Foto verkeile,
noch traumbesudelt in deinem AN-Blick endlos verweile,
meine ich, hautwarm deine Lippen auf meinen zu spüren,
als entschlüpften sie eigens
aus meiner Wunschvorstellung heraus-
sich lösend vom Papier,
auf meinen kussverrückten Giermund.

M.Brandt

 

 

Es schlägt fiebrig
Geisterherzstund,
immer dann,
wenn die SEHNsucht
trotz schwerer Alltagsketten
durch die Seelengewölbe geistert.

M.Brandt

 

Sturmbepackt
diese Nacht!
Kussbesprenkelte Augenli(e)der.
Heißflackerndes Herzfeuer schürt Ungeduld.
Endlich! Endlich...mit Jungfrauenmund
nach Lebenshalbzeit
in einen liebenden Frauenschoß versinken,
der empfangen und geben will,
sich öffnen einzig dir,
um ungestümes aufzunehmen,
der festumschlingend und entschlossen,
nichts von der süßen, völligen Hingabe deiner ersten Liebe
je wieder zu entschenkeln.

M.Brandt

 

 


Wie fahl und matt
ein Herz,
das keine Liebe ziert-
wie blutlos leer
Lippen,
denen es nicht nach Küssen giert.

 

M.Brandt

 

 

Nur durch die Traumwand hindurch
kann ich zu dir gelangen,
ach wenn du wüßtest -
um mein Flehen und Bangen,
dass es mir doch auch heute -
 wie nach all den Jahren,
immer noch gelingen mag.

M.Brandt

 

Gleichmäßig schleichen sich die Tage
aus meinem Leben,
wie eine Kirchenuhr,
die nichts aus der Ruhe bringt.

Langsam aber stetig
geht mein Schritt vorwärts,
eine Strasse, übersichtlich,
ohne Überraschungen,
ohne das etwas besonderes geschieht,
Richtung letzter Atemzug.

Unspektakulär,
aber mit Sicherheiten bis zum Hals,
so lässt es sich atmen,
aber leben?
Ist das Leben?
Wenn ein Tag, eine Nacht,
ein Jahr dem andern gleicht?

Ich schlendere gemächlich
durch meine innere Unzufriedenheit,
die mich wie eine Nadel im Innern
 sticht,
die mir sagt: Tu etwas, ändere etwas,
die Zeit drängt,
sie läuft dir davon
und mit ihr jede ungenutze Chance.

Manchmal zeigt sie mir im Traum,
was ich verpasse,
dann spüre ich den fremden Kuss,
der mein Herz zum Beben bringt,
meine Wangen erröten lässt,
und endlich
kann ich jedes Gefühl
aus vollen Händen verprassen.

Im Traum -
anstatt einen Traum- leben.

M.Brandt