Mitten ins Gesicht

Gedankengedicht zum Thema Befreiung


Ich schreib dir viele Dinge,
ich schreib's dir mitten ins Gesicht,
ich nehm's mir von der Seele,
entsorge dies Gewicht!

Ich schreib dir, wo ich stehe,
ich schreib dir, was ich denke,
damit ich nicht vergehe
und mir Erleicht'rung schenke.

Ich schreib dir von den Nöten,
von allem, was mich quält,
muss ich auch hier erröten:
Die Wahrheit ist, was zählt!

Ich schreib dir von Versuchen,
zu vergessen und zu ignorier'n
schreib dir vom *Mich-Verfluchen,*
will mein Fühlen nicht kapier'n.

Ich schreibe dir, ich bin verloren,
seit es dich hier nicht mehr gibt,
und ich schreibs mir hinter die Ohren,
dass du es bist, der mich nicht liebt.

Ich schreibs dir jetzt für alle Male,
mitten in dein Traumgesicht:
Dass du immer von mir ein Teil bleibst,
doch den Brief schick ich dir nicht!

M.Brandt

 

Sekundenwärme

Gedankengedicht zum Thema Begegnung


Das meiste herausholen,
aus dem formlosen Körperkontakt.
Schwingungen aufsaugen,
ja geradzu festhalten wollen,
jenen Hauch von Wärme
des anderen,
der sich durch deine Kleidung hindurch
an deinen Körper schmiegt,
und einen Fingerabdruck
von Wohlgefühl
in deinem Herzen hinterlässt.

© Martina Brandt

 

 

 

Zartbesaitete


Hast gewusst
um meine Zerbrechlichkeit
und es nicht unterlassen
mir unentwegt dein Schweigen
ins Glasherz zu schlagen

© M. Brandt

 

 

Carina, mon ami


 
Carina, mon ami,
was zerwühlst du das Bett? Morgenrot warf scheu sein Licht in die Laken, warum hast du nun sein Bild zerstört?
Seine Zeit ist kurz bemessen, und du kommst mit deinen schlanken Fingern daher und störst sein Bemühen sich festzukrallen.
So oft lag das Morgenrot bei mir. Zärtlich versteht es mich zu wecken, schiebt sich langsam unter meine schlafenden Lidern.
Manchmal schlage ich die Bettdecke zurück und lasse mich von ihm küssen. Mein Körper badet in seinem glühenden Rot,
es ähnelt dem deiner wundgeküssten Lippen. Carina, mon ami, warum steht Wut in deinen tiefblauen Augen?
Du weißt um meiner Liebe zu dir.
Nun schreibst du mit deinem schwarzen Lippenstift die fett schreienden Worte: ER GEHÖRT ALLEIN MIR, auf das Laken.
Jeder Buchstabe trägt lebenslange Handschellen. Du trägst nur rotlos, du hasst die Farbe Rot mit all ihren Nuancen, die mich dir stiehlt.
Nun stehst du vor mir, schaust mich an, mit der Verstörtheit eines Kindes, das die Ohrfeige seines Vaters nicht begreift.
Du sagst, du willst mich nicht teilen. Mit nichts und niemanden. Dann stolperst du aus dem Bett,
und ziehst die schweren Fensterklappen zu.
Schwer atmend legst du deine Arme um meinen Hals und küsst mich wie eine Ertrinkende.
Carina, mon ami, lass der Liebe etwas Raum und Morgenrot braucht sie zum Atmen.
 
© M. Brandt

 

 

 

Fehl am Platze

Gedankengedicht zum Thema Einsamkeit
von hier klicken Martina.

Fühle mich vergessen
von der Wichtigkeit in deinem Leben
Mein Platz
wo ich einst saß
ist dauernd besetzt
und ich stehe mitten im Gang
vor mir das Fremde
das Ungewisse
hinter mir die Erinnerung

Jene
wo es Zeiten gab
in denen ich deine Augen
zum Glänzen bringen konnte
und immer ein verträumter Ausdruck
auf deinem Gesicht zu haften schien

Ich fühle mich vergessen
unwichtig
nebensächlich
abgelegt

Ich weiß nicht
wer oder was dich heute zum Strahlen bringt
Ich bin es nicht

Ich bin das Geschirr
das man noch nicht abgewaschen hat
Ich bin die Post
die man noch in den Kasten werfen muss
und doch  tagelang vor sich her schiebt

Ich bin die
die anruft
wenn dein Telefon schon besetzt ist


Ich bin die
die wartet dass du dich meldest
weil du noch einen Tag frei hast
und die dann abends spät
nochmal anruft
um zu fragen
warum du mich vergessen hast

Ich bin die
dessen fast schon
lächerlich kleinen Wünsche
als Zeichen der Verbundenheit
du einfach unerfüllt lässt

Ich bin die
die nur da sein sollte
wenn kein anderer Zeit hat
und die um Gottes Willen
keine Ansprüche zu stellen hat
mögen es auch eigentlich
selbstverständliche Dinge sein

Es gibt zuviel
das wichtiger ich als ich
Eigentlich alles

Ich bin die Nebensächlichkeit
die keine mehr sein will



© M.Brandt

 

 

Herznot

Gedicht zum Thema Abenteuer

 

Mein Herz hat deines kurz berührt,
sich schrecklich daran verbrannt.
Sag hast du es denn nicht gespürt,
meine Wunden nicht erkannt?

Mein Herz hat doch so laut geschrien:
komm mir bitte nicht zu nah!
Du hast ihm nicht dein Ohr gelieh'n
nun steckt es in größter Gefahr.

Mein Herz hält seine Augen zu,
will nicht in den Abgrund sehen.
Kommt vor Angst nicht mehr zur Ruh,
kann kaum auf den Füssen noch stehen.

Mein Herz es flattert immerzu,
unter deinen untreuen Küssen,
doch ob es morgen daran zerbricht,
will es heute gar nicht wissen!

M.Brandt

 

 

Am lautesten schreit die Stille

Gedanke zum Thema Ignoranz


Will einfach
dein Schweigen
nicht mehr hören

Das Echo
des Nichtssagens
dröhnt unerträglich

Es fehlt dir nicht an Worten
nur am Willen
oder
an der Wichtigkeit
meiner Person

Taubheit hierfür
wär Gnade

M.Brandt

 


 

Nicht gegen dich



Komm und schau
wo wir hier stehn
auf dem Schlachtfeld
unserer Liebe

Unserer Seelen Wunden
grün und blau
nichts mehr was uns noch
zu zerstören bliebe

Möcht kein Herzblut
mehr vergießen
lass uns bitte
Frieden schließen

Denn Wut und Groll
birgt stets Gefahr
das Hass entsteht
wo Liebe war

Hier leg ich die Waffen nieder
kämpfe nicht mehr gegen dich
denn so oft ich auf dich ziele
treff ich eigentlich nur mich

M.Brandt

 


Greif zu

 


Greif zu,
nimm dir noch einmal
was du begehrst.
Greif zu,
erlebe noch einmal
wonach du dich so verzehrst.
Greif zu,
lass meine Haut
durch deine Hände gleiten,
wie die Zeit,
die hier für dich noch einmal steht,
um dir Freude zu bereiten.

Greif zu,
drück mir deine Lust,
zwischen meine Beine.
Greif nur zu,
das ist deine letzte Chance-
nicht meine.
Greif zu,
solange ich noch neben mir steh,
und dann
lass mich (und unsere Zeit) los-
und geh!

M.Brandt

 

 

Schlupflochsucher(in)


Vorbeischlüpfen möchte ich
unbemerkt
an deinem Nach-mir-schauen
an deinen Fragen
wo ich bin und was ich tu

Liebe baut ein Nest
für den der liebt
aber ein Gefängnis für den
der sie nicht erwidert

M.Brandt

 

Fluglast
Gedankengedicht zum Thema Erwartung



Das Verliebtsein allein
schon ausreichend,
verleiht Flügel,
lässt schweben,
wie ein Adler voller Kraft
und die Welt der Buchstaben
unter meinen Flügeln
gehört mir.

Unendliche Weiten tun sich auf,
korallenbunte Horizonte,
und ich atme
Berge Land und Meere
in nur einem Zug.

Nichts
kann mir Hindernis sein,
bis jemand von (s)einer)
Art Liebe spricht.

Eine Liebe,
die etwas erwartet:
Aufmerksamkeit,
Zeit,
Gehör.

All das,
was ich uneingeschränkt brauche,
für meine
Gefühlsweltumseglung...


M. Brandt

 


Geht!



Lasst mich doch entkommen,
euch, meinen Träumen
und Erinnerungen.

Ich glaube die Zeit ist gekommen,
wo ich von euch Abschied nehmen sollte.
Unterlasst eure Besuche bei mir,
klopft nicht weiter im Wechsel
an meiner Herzenstür.

Mein Kopf soll nicht länger
eure Heimat sein
und meine Seele nicht eure Gefangene.

Die Illusion ist ein kalter Ort,
wenn die Wirklichkeit
unsere Zeit
schon lange verlassen hat.


Lasst mich ihr folgen
und folgt mir nicht.


M.Brandt

 

 


 

 

 

Wort(sch)wall



Das, was du mir erzählst,
jedes Wort, welches deinen Mund verlässt,
ist nicht das, welches dir aus dem Herzen floss,
dazu wären sie zu hart, zu zähflüssig,
sie kämen gar nicht erst
bis zum Rande deiner Lippen.

Aber Schweigen würde dein Herz verkleben,
deshalb ist es besser,
du lässt sie wahllos laufen
und mich treffen.

Ich weiß um ihre Bedeutungslosigkeit,
ich weiß, dass sie deinem Stolz entsprangen,
deiner Verletzlichkeit.
Und je härter sie sind,
um so liebender ist (war) das Herz.

Es ist nicht leicht,
sie auf mich niederprasseln zu lassen,
trotz des Wissens um ihre Maske,
die sie tragen,
denn sie treffen mich,
streifen mich,
auch wenn sie nicht die Kraft haben
mich zu vernichten.


Du badest in diesem Wortbad,
um deine Wunden heilen zu lassen,
auch wenn ich nicht die war,
die sie schlug, das  scheint nur
auf den ersten Blick so.

Was danach wird,
ist nicht wichtig,
wir haben sowieso
unseren festen Platz in unserem Spiel.

Du bist meins,
und deshalb wirst du immer Gewinner sein,
doch ich mich nie als Verliererin fühlen.



M.Brandt

 


Leid sein


Ich bin es so leid,
immer diese Sehnsucht spüren
immer diese Lust nach dir-
um tief im Herzen zu erfrieren,
denn du gehörst nicht mehr zu mir....

Es ist nur so schwer
das Akzeptieren,
wenn mein Begehren
sich nicht danach richtet-
dass du nicht für mich verfügbar bist,
dass es mich fast vernichtet,
und meine Kühle
ein Riesenschwindel ist...

Ich will dich,
ich will dich so sehr mit Haut und Haar,
da sein, wo mein Herz schon immer war.
Will mich reiben an deiner warmen Haut,
deine Stimme im Ohr- liebevoll vertraut.
Will dich noch schläfrig vom sich müde-lieben,
vom nie genug-vom andern kriegen.

Verschlingen dich mit meinem Blick,
mit Beinen und mit Armen,
meine Lust, so glaub mir das,
kennt da kein Erbarmen.

Will dir jeden Zweifel
von den Augen küssen,
nur eines will ich gar nicht mehr,
dich so schrecklich sehr vermissen....


@ M.Brandt

 


Mit allem und dir

Gedankengedicht zum Thema Abenteuer
von hier klicken Martina.

Die Welt liegt in meinen Augen,
und das was ich sehe, berührt mich, formt mich,
verändert mich stetig.
Dazu kommen die Gedanken, die Träume,
das Gehörte und meine inneren Stimmen.
All das trägt das seinige dazu,
dass ich bin, wer ich jetzt  bin.

Und du, mein Liebster,
wurdest genau so geformt,
bist ein Opfer deiner Umstände,
oder doch eher ein Wunder?
Es kommt halt nur
auf die Sichtweise an.
Ich sehe erst einmal alles positiv.

Jeder hat seinen eigenen Plan durchlebt,
seine Aufgaben bekommen,
seine Hindernisse, seine Prüfungen.
Es gab viel zu lachen, aber auch zu weinen,
Sommer und Regentage,
und auch Nächte,
die man nicht überleben wollte.

Abschiede fielen mir immer besonders schwer.
Loslassen war nie meine Stärke.
Ich habe viele Kanten und Ecken,
einige sind noch hinzugekommen
in den Jahren, auch Ängste.
Aber ich habe zu schätzen gelernt,
all das erfahren zu haben.

Denn heute kann ich mich öffen,
obwohl ich verletzlich bin,
habe gelernt, Menschen besser einzuschätzen.
Weiß, dass jeder mir eine Botschaft bringt,
psoitiv wie negativ,
doch wenn man sie richtig deutet,
ist jedes für sich eine Geschenk, eine Lehre,
etwas, dass dich weiterbringt in deiner Entwicklung.

Wenn du mich erst willst,
wenn ich keine Fehler mehr mache,
wenn ich brav , zahm und folgsam
bin wie ein Schaf.
Wenn meine Widerspenstigkeit gebrochen ist,
meine Impulsivität verraucht,
und mein Temprament gezügelt....

dann kann ich nicht mit mir dienen
und will es auch nicht.
Dann wäre ich eine Marionette
und du würdest allen Respekt,
alle Achtung vor mir verlieren,
und ich die Lust, dich zu lieben, zu begehren,
weil wir einander Herausforderung sind.

Und das wäre das Todesurteil
unserer Beziehung, in all ihrer Vielfältigkeit,
all ihrer Berg und Talfahrt unserer Gefühle.
Dann würde der Fluss unserer Liebe
nur noch dahinplätschern
und irgendwann in Eintönigkeit und Langeweile versiegen.
Ich aber will Leben pur mit dir, die volle Dröhnung.

M.Brandt

 


Schmerz im Schmerz


Ich müsste ein Loch sein,
so leer wie ich mich fühle
ohne dich,
ohne Aussicht,
dass du wieder kommst.

Ich müsste verschwunden sein,
unsichtbar...weil ich ein Nichts bin,
ohne deine Hand in meiner.

Und doch dieser unsägliche Schmerz,
als wäre das Elend einer ganzen Welt,
reingepresst,
in meinem viel zu kleinen Herzen.

Dabei hab ich sonst dort
nicht einmal
Platz für mich....


@M.Brandt

 


Bis zum Sanktnimmermannstag

 

Wir können dran bleiben,
bis zum Ende aller Tage
uns mit Vorwürfen zu überhäufen,
uns aus dem Wege zu gehen,
weil wir gekränkt sind, vom anderen
und verletzt.

Wir können uns ignorieren
bis wir daran ersticken,
aber unserer Sehnsucht (nacheinander),
der wird die Luft nie ausgehen.

M.Brandt

 


 



In den Himmer geschaut

Wenn ich nur wüßte,
warum ich dich immer verlieren muss,
um die Einsicht zu gewinnen,
dass es Liebe war.

Wenn ich nur wüßte,
wo die Grenze deiner Liebe ist,
geht sie an den Engeln vorbei-
weiter nach oben?

Ich hoffe einfach,
dass sie nicht auf Erden weilt,
denn sie erscheint mir so groß,
die hätte hier unten gar keinen Platz!

@ M.Brandt

 


 

Das Letzte und doch das was ich will


Ich weiß,
für dich ist es das Letzte,
was du dir vorstellen kannst und willst.


Aber trotzdem.....
möchte ich deinen Körper unter meinem spüren,
möchte jeden Millimeter Haut küssen,
möchte ich dich einatmen,
mit meinen Händen durch dein Haar wühlen,
deine Hände spüren, die mich umschlingen,
möchte ich,
dass du kommst, mit meinen Namen auf deinen Lippen.
Ich werde diesen Gefühlsausbruch nie aus meinem Ohr bekommen,
weil es in mir eingebrannt ist.
Und auch ich,
werde wie immer explodieren,
unter dir,
weil du es spielend verstehst,
mich bis zum Wahnsinn zu treiben,
auf (d)eine andere Art.

Diesen Wunsch,
egal wie unmöglich er ist, wie aussichtslos,
werde ich niemals aus meinen Händen geben.

@ M.Brandt

 


Farblos


Magst du auch jetzt andere Lippen küssen,
ich küsse deine, in meinen Gedanken.
Ich habe sie schon tausendmal geküsst,
all die Jahre, und auch als ich dachte,
ich könnte vielleicht andere küssen,
war es ein Irrtum.
Es ist, als wolle man versuchen,
mit Wasser ein Bild zu malen,
man kann wie besessen
am Fließband
Leinwände gestalten,
aber zu sehen sein,
zu fühlen,
wird NICHTS.

@ M.Brandt

 


Die Betende

Meine Oma hat immer gesagt:
Not lehrt beten!

Ich möchte jetzt beten,
es muss nicht an einem Gott gerichtet sein,
ich möchte es einfach in den Äther schicken,
in die Welt.

Sie müssen nur raus aus mir,
all die Worte,
die in mir schwelen, die an mir nagen,
mich verbrennen.

Ich bete darum,
dass seine Augen tiefer blicken können,
als das, was ich ihm-
und vor allem mir selbst glauben machen will,
wenn ich die Unnahbare spiele.

Darum, dass er zwischen den Zeilen
meiner Wut und Entäuschung lesen kann,
da ist soviel Platz für Liebe
und dass es immer ein nächstes Mal gibt.

Darum, dass sein Herz
immer über seinen Stolz steht,
dass er meine Verletzlichkeit nicht mit Füßen tritt,
ich ihm weiterhin alles anvertrauen kann,
selbst wenn wir wieder mal getrennt sind,
vor allem aber,
dass ich seine Einmaligkeit
nie aus meinem Blick verliere.

PS:
Ich möchte das ganze vorsichtshalber zweimal beten,
und den letzten Satz 100 mal!


@ M.Brandt

 


 

Ge(arsch)t

Ich will dich nicht,
selbst als ich eben noch wollte,
jetzt nicht mehr!

Deine Worte
haben mein Herz zerbombt,
das Gefühl ist trotzdem noch da.

Das braucht wohl ne Extra-Ladung!
Leider wurde dieses Material,
was das eleminieren könnte,
noch nicht erfunden.

Heute scheint mein Pechstag zu sein.
Morgen auch noch,
und den Rest der Zeit,
bis es sich von allein in Luft auflöst.
Hoffentlich!

Und wenn nicht,
bin ich ganz schön gearscht !

Du aber auch.....


M.Brandt

 


 

 


Und wieder.....

Eigentlich will ich dich ja nie verlassen,
weiß ich doch genau,
dass ich eh nicht weit komme.
Es ist nur so ein ganz kleiner Teil von mir,
der das will, der eigentlich tief und fest schläft.
Nur manchmal hast du so eine Art,
diesen Teil zu wecken
und so zu reizen, dass er zur wilden Bestie wird,
die mit mir durchgeht.
Nichts und niemand vermag sie dann zu halten.
Nicht einmal ich.

Jedesmal wieder bringst du mich an diese Grenze,
und jedesmal wieder übertrete ich sie.
Du weißt das!

Dann knallen die Türen,
und eh ich mich versehe und begreife,
geht mein Temprament mit mir durch
und schon bin ich raus aus deinem Leben.
Aber nicht weit...
ich stehe hinter der Tür.

Dieser Teil, er gehört zu mir,
ich kann dir nicht versprechen,
dass er dir beim nächsten Mal
nicht an die Kehle springt...

Dieser Teil heißt VERLETZLICHKEIT!



M.Brandt


 

Innen-Treiben


In mir,
für dich unsichtbar,
tobt ein ganzes Universum,
da brauen sich Gewitter zusammen,
die hier auf Erden nicht losgelassen werden dürften,
weil dann kein Stein mehr
auf dem andern stünde.
Und das bei nur EINEM
von diesen Unmengen,
die in mir hausen.

Wenn du dich von meinem Äusseren
auch gern täuschen lässt
und denkst,
da geht ein Engel an deiner Hand,
dann wünsche dir nie einen Blick
in meine Seele,
denn da wimmelt es von Dämonen,
die noch von keinem Maskenbildner
für einen Horrorfilm erfunden wurden,
denn solch finstere Gestalten,
liegen jenseits der menschlichen Vorstellungskraft,
niemand vermag ihnen eine Gestalt zu geben,
die über diese Häßlichkeit verfügt,
mit der sie ausgestattet sind.

Man nennt sie in unserer Sprache auch:

ANGST!


M.Brandt


 

Der neue Tag schaut etwas schuldbewusst
um die Ecke, oder ich will es so sehen...

Ey, sage ich, du kommst zu spät.
Wo warst du gestern abend,
kurz vor Mitternacht.
als es draußen stürmte?
Mein Blut, meine Gedanken, meine Gegenwehr
ließen sich mitreißen,
diese Narren!

Du weißt doch genau,
dass ich nur vor Dummheiten sicher bin,
wenn du mir die Sicht der Dinge
mit deinem Licht erhellst.
Nur mit dir an meiner Seite
kann mein Verstand professionell arbeiten.
Sobald du mich verlässt,
gibt es eine fette Sicherheitslücke!
Die Dunkelheit macht meinen Verstand schläfrig,
ebenso meinen Stolz und meinen Dickschädel.
Sie macht zu vieles in mir willenlos...

Nun hab ich es wieder getan,
halb im Schlaf und
gegen meine Vernunft gehandelt:

Ich bin auf ihn zugegangen,
vielleicht auch auf ihn los....
bis mein Herz dazwischen kam
und einfach einen Teil von sich entblößte,
diese Exhibitionistin!
Nun stehe ich wieder als Looser da,
und er ist wieder über alles erhaben.

Besten Dank dafür....


Bleib nächstes Mal gefälligst da,
bis ich eingeschlafen bin!


M.Brandt

 

 


 

Wegschreiben


Ja, ich werde schreiben, über dich
über mich,
über Träume, Wünsche, Sehnsüchte,
Vermutungen,
aber niemals über den Schmerz, den ich vergessen will.
Denn alles, wo man mit Worten Leben einhaucht, wird nie sterben...

Ja, ich werde schreiben,
und dafür sorgen,
dass mein Herz niemehr in deine Hände fällt,
wenn du es denn nur einmal

dafür

kurz loslassen würdest....

 


M.Brandt

 

 


 

Streetfighter

Glaubt mir, Leute,
manchmal ist das Leben
ne total fette Meute-
die einen gnadenlos überfällt,
dann wirst du ein paar Federn lassen müssen,
vielleicht auch stinkige Füße küssen,
doch es ist der Wille,
der dich immer weiter treibt,
das wahre Größe- egal auf welche Art-
irgendwie am leben bleibt.

@ M.Brandt

 


 

Hart, man....

Ey man, ich habe keinen Plan,
ob das Leben einen Plan verfolgt,
oder alles von jeden Handgriff,
den ich verrichte abhängt,
jeden Gedanken verfolgt,
und daraus heraus geschieht, was geschieht.

Wie oft frag ich mich,
ob es einfach nur Schicksal ist,
was uns widerfahrt
oder herbeigeführt durch unser Handeln?
Ist es Glück,
wenn das Leben uns gnädig mitspielt,
oder haben wir einfach ein gutes Blatt?
Ist es Pech,
zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein,
oder fallen wir von oben gewollt-
auf all die Fallen rein?

Stellt das Schicksal
uns ein Bein,
oder wir ihm?
Und wenn wir daran zerbrechen,
haben wir dann versagt?
Ging es vielleicht doch noch weiter,
wenn wir nicht aufgegeben hätten,
gibt es sie vielleicht,
die Gott und Teufel-Wetten?

Vielleicht sollten wir weniger denken
und anstatt an Fragen zu kleben
das was noch unter gut verbucht werden kann,
beide Augen zudrücken-
von knapp negativ- ins positive rücken,
und doppelt glücklich leben.


M.Brandt

 


 


Fluglast


Das Verliebtsein
allein reicht schon aus,
verleiht Flügel,
lässt schweben,
wie ein Adler voller Kraft
und die Welt der Buchstaben
unter meinen Flügeln
gehört mir

Unendliche Weiten tun sich auf
korallenbunte Horizonte
und ich atme
Berge Land und Meere
in nur einem Zug

Nichts
kann mir Hindernis sein
bis jemand von (seiner)
Liebe spricht

Eine Liebe die etwas erwartet
Aufmerksamkeit
Zeit
Gehör

All das
was ich uneingeschränkt brauche
für meine
Gefühlsweltumseglung


M. Brandt



Ab.klatsch

Lass uns gegenüberstehen
und einander ausschließen.

Ausklammern
wie so vieles im Leben.

Abstoßen
wie zwei gleiche Magnetpole.

Also :

Nimm deinen Mund
von meinen Wörtern!

M.Brandt

 



Blutjunge Wörter

Ich verspüre diesen unmenschlichen Drang,
mich leerschreiben zu müssen,
jedes Wort aus mir heraus zu schleudern
in die letzte Ecke des Zimmers,
wo es nichts mehr anrichten kann.

Dieses wundschreiben meiner Hände,
die einst nächtelang deine Haut
nachzeichneten,
lassen mich den Verlust
schmerzlichst spüren.
Oh, ich kenne jede Unebenheit,
jede Narbe an dir,
aber auch diesen Himmel,
der dauernd auf deiner
samtweichen Bauchdecke lungerte.

Alles will ich rausschreiben,
und wenn ich dafür
mein Blut als Tinte nehmen müsste,
ich würde die Feder eintauchen,
wie ein Wahnsinniger,
und selbst den letzten Tropfen,
würde ich ohne zu Zögern aus Papier bringen.

M.Brandt

 

 


 

Heerlos- Herr los

Und wenn ich dich auch wieder verloren hab,
wie schon einige Male davor,
so hab ich doch etwas gewonnen.
Nämlich die Einsicht.
Jedesmal,
wenn wir wieder zusammenfanden,
nach einem Streit,
war mein Liebe größer, als zuvor.

Ich glaube die Angst um dich,
darum, dich entgültig verloren zu haben,
hat sie wachsen lassen...
Und jedesmal dachte ich,
jetzt wäre die Spitze des Eisberges-
des Liebens erreicht,
mehr kann nicht gehen...
so hatte ich mich doch nur wieder getäuscht.

Doch dieses Mal, dieses letzte Mal,
erlebte ich die größte Täuschung,
die ich erfahren habe.
Nämlich, dass ich nichts mehr für dich empfinde,
und alles auf dem Nullpunkt war.
Ich ging....und du hast mich nicht zurückgehalten.

Wochenlang gings mir gut,
ich dachte, es sei geschafft,
du fehltest nicht....
Welch Irrglaube,
denn genau in dem Moment,
wo ich mich sicher wähnte,
wie in Abrahams Schoß,
sicher,
dass die Trennung überstanden war,
kam alles wie ein Orkan zurück.
Im gleichen Maß die Liebe,
sie schritt dem allen -
wie eine Königin voran...


M.Brandt