Anno 18 hundert ...


Es war 1847 in Paris. Ich weiß noch genau, dass das Kopfsteinpflaster unter meinen Füßen glühte, wie mein Herz.
Mein schweres Brokatkleid schimmerte mit dem Gold
der Sonne um die Wette. Überhaupt - die ganze Erde schien zu leuchten.

In der Nacht zuvor, die schwer und schwül auf meinen weißen Schultern lag und in die Kissen drückte, hatte ich geträumt von dir - Unbekannter.
Ich wußte, ich musste mich auf die Suche nach dir machen, musste dich finden, egal was passierte.....
Ein ganzes Leben sollte ich erst hinter mir lassen, bevor ich dich im nächsten traf....
Mein Herz erkannte dich, von weitem schon und strahlte durch meine Augen.

M.Brandt


Oktobermorgen

Schöne Bilder
der Natur
nehmen mich gefangen,
wie Spinnennetz
den Tau
eines nebelig-kühlen Oktobermorgens.

Mein Blick klebt minutenlang,
kann mich kaum lösen,
bis ich die Feuchtigkeit des Herbstes
fast schon spüren kann,
die er im Bild versprüht,
wie ich meine Begeisterung.

M.Brandt


Einzelgängertyp



War eigentlich ein Riesen-Gewinner,
der glaubte ein Verlierer zu sein.
Jahrzehnte hielt sich dieses Gerücht,
tief in meinem Herzen, wie ein schwerer Stein.

Das Leben schien mir stets missglückt,
all die stink Normalen,
machten mich schier verrückt,
für sie entzündete ich Kerzen.

Waren sie doch längst gestorben,
ohne es zu wissen,
im Überfluss ertrunken,
wollten nie etwas vermissen.

War immer schon anders,
wollte nie ein Zombie sein,
hatte immer meine eigene Welt,
und war darin meist allein.

Doch viel einsamer war ich in ihrer Mitte,
ging unter in ihrem schweren Grau,
Einfältigkeit ist ihre Sitte,
tragen Kälte wie einen edlen Pelz zur Schau.

Gehöre nicht zu dieser Masse,
habe meine eigene Klasse.
Träume mir meine Welt zurecht,
ein Einzelkind darin, doch dafür echt.

M.Brandt


Jahrgang Rot


Herbst,
die Zeit in der die Blätter bluten,
glühendrot,
aufgeregtes Zittern,
bis es sie loslöst...

Abschied wispert in jedem Baum,
Trennung
und Hoffen auf Neues.

M.Brandt


Blockierende


Niemals zurück
ins Gestern,
dort hat es sich ausgetanzt,
ausgeliebt, ausgeküsst.

Da sind die Leichenteile
einer Lüge begraben,
die Fatamorgana einer Liebe,
die niemals Wahrheit trug.

Eingebildet bis zum Erbrechen,
weil man Frühling
im Herbst suchte,
warum auch immer.

Gestern ist vorbei,
Bestattet im Bedauern,
dass es stattfand - leider,
verbannt im Verdrängen.

Bleib mir von Seele und Leib!

© M.Brandt

 

Wir sind nicht das letzte Glied unserer Ahnen,
nicht die Vollendung,
die Krone der Schöpfung in unserer Reihe.
Auch wenn jedes Mädchen
in ihrer Blüte das annimmt, tief in sich,
dass alle anderen nur der Weg
zur Perfektion,
zur Vollendung eines Meisterwerk's waren,
und man selber der ultimative Schlusspunkt.
Dem ist NICHT so.
Ich bin auch nur mittendrin,
bin irgendwann eine Ur,-Ur,-Ur,-Uroma,
an die sich niemand mehr erinnert,
von der es nicht mal mehr ein Foto gibt.

Und jede folgende Enkelin glaubt,
die zu sein, auf die es ankommt,
der Grund zu sein,
für den Überlebenstrieb
ihrer Ursteinzeitoma.
Die Erhaltung ihrer Gene, ihrer Art.

Doch in Wirklichkeit,
sind wir immer wieder
nur EVA.

M.Brandt

 

Rupfzeit

Auch am Gebiss
nagt irgendwann der Zahn der Zeit,
dann ist der Gang zum Zahnarzt nicht mehr weit.

Es hilft kein Zittern und kein Flehen,
ist es um den Zahnschmelz erst geschehen.
Es bilden sich die berühmte Taschen, vom Naschen.

Und wenn kein Zahn mehr beim andern steht,
man jede Hoffnung zur Seite legt,
dann hat sich die Rechnung gewaschen.

Verloren ist dann Geld, Malz und Hopfen,

denn anschließend gilt es
Finanzlöcher zu stopfen.

Den Glauben zu verlieren,
man kommt billig bei weg - ist einer der schwersten,
diesen Zahn, den zieht man dir als ersten.


M.Brandt

 

 

Und ich trag dich fest im Herzen,
gar nichts kriegt dich wieder raus,
brennst heller dort
als tausend Kerzen,
mit dir darin - ist meine Seele zuhaus.

Und ich halte dich darin geborgen,
nichts kann dir jemals geschehn,
hat das Leben dich verloren,
meinem Herzen wirst du nie
verloren gehn.

© M.Brandt

 

 

Sehne einer Zeit hinterher,
die ihre Spuren in mir hinterlassen,
die mich verzaubert und verändert hat -
um mich dann wieder zu verlassen.

Nur im Herzen,
will sie einfach nicht verblassen,
es schmerzt, dass sie fort ist
und ich kann sie nicht einmal hassen.

© M.Brandt

 

Herbststimmung

Taumelnd getroffen, vom Herbst,
der mir seine glühenden Farben
um die Ohren schlägt,
schreite ich durch den Park,
mit all seiner Faszination
in Farben und Formen,
lasse mich reinziehen
in dieses Bild,
um mit all dem zu verschmelzen,
und als kühler Windhauch
alles zu berühren
und mich als dieser
in wiegenden, wogenen Blättern
völlig aus der Puste-
auszuruhen.

M.Brandt

 



von.wegen Liebe

Es ist nicht die Liebe,
die jemanden verläßt,
entäuscht, verletzt, oder verrät,
es sind jene Menschen,
die unter dem Deckmantel Liebe
ihr Unwesen treiben.

© M.Brandt

 

Herbstliche Flußstimmung

inspiriert mich ja gleich zum Schreiben: Der frühe Morgen ging schamlos in einer derartigen Schönheit auf, dass es mir fast unerträglich war. Ich konnte all das Wunderbare nicht fassen, es schien nicht in mein Hirn zu passen, als würde es aus jeder Hirnwindung überquellen, wie im Gebrüder Grimm's Märchen: Der süße Brei.... Der Nebel stieg mystisch und unheilverkündend von der Flussgabel auf, und die aufgehende Sonne tauchte alles in ein unwirkliches Licht. Fast bizarr zeigten die dünnen Zweige der Weide in den Himmel, als läge dort die Antwort aller Fragen. Das Leben schien hier, genau hier stattzufinden. Ich atmete es ein paar Mal tief in meine Lunge ein, bevor ich mich auf den Weg zurück machte, in eine Welt, soweit weg von dieser....

© M.Brandt

 

 

UnERFÜLLT

Festhaltend, ein Leben lang,
an eine unerfüllte Liebe,
die einem in Wehmut und Melancholie ertrinken lassen kann,
wenn die Welt mal wieder Kopf steht.
Eine, die einen seufzen und heulen läßt,
klagen und verfluchen,
von der man glaubt,
sie wäre die einzig WAHRE gewesen,
die uns hätte retten können,
uns pudelwohl fühlen lassen,
wie Alice im Wunderland.

Aber, bin ich mir relativ sicher,
sie wäre wie jede andere Beziehung davor -
am Alltag zerbrochen,
untergegangen an der Selbstverständlichkeit des Daseins
im Leben des anderen.

© M.Brandt

 

Ein Blick ins Außen,
lässt mich oft erstarren,
als hielte mich das Schicksal
viel zu oft zum Narren,
mit all dem Elend, all dem Neid,
und einem Weg zum Frieden -
unerreichbar weit.

Dann schau ich nach innen
um zu suchen,
was mir hier im Außen fehlt,
dort ist es fast noch schlimmer,
weil dort eine eigene Hölle schwelt.

Wo soll ich hin,
wie kann ich dem
was mich frisst-
entkommen?
Wo kann ich bleiben,
wo mich Bilder der Gewalt -
nicht in den Wahnsinn treiben?

Nicht im Innen-
nicht im Aussen, kann ich finden,
wonach mit ganzer Seele ich mich verzehr,
ein Paradies, ein Balsam für meine Sinne,
und das ganz ohne Wiederkehr!

© M.Brandt

 

Platziert



Kann dich nicht näher tragen
als jeden Gedanken
dich schiebend Richtung Herz

Mittendrin platziert
herrscht Hochsommer
im tiefsten Dezember

M.Brandt

 

 

 

Die Nacht,
diese hervorragende Gefühls-Leiter.
Lauwarmes vom Tag
mutiert im Dunkeln zu glühendheiß.
Wie Kohlen brennen Bilder im Kopf.
Ein Dauerkino.

Filterlos
sickert alles in diesen Muskel,
diesem Motor.
Er muss sie schlucken,
diese schwere Kost.
7 Gänge Menue für die Sinne.

© M.Brandt

 

 

Kindskopf

 


Immer diese Abwege,
auf die mein Geist sich begibt!
Was scheren ihn Moral und Anstand?
Was kümmert ihn ein: Das darf man nicht?
Er hält das alles für ein dummes Gerücht.

Er wandelt gern auf verbotenen Pfaden,
als bergen sie gar kein Risiko,
als könnte nichts
ihm jemals schaden,
pfeift vor sich hin und ist recht froh!

Wie ein übermütiges Kind,
durchstöbert er alle Winkel und Gassen,
kann vom Verbotenen
die Finger nicht lassen,
mag er sich diese auch manchmal verbrennen,
er ist von seiner Neugier durch nichts zu trennen.

© M.Brandt

 

Sehn-SUCHT

Lass mir bitte meine Sehnsucht,
sie soll mich tragen,
durch leere, dunkle Nächte,
durch all die bösen Mächte -
selbsternannt.

Lass mir meine Sehnsucht,
sie erhält mich am Leben,
läßt mich Leid ertragen,
unbedachte Schritte wagen -
in unbekanntes Land.

Dieses Sehnen nach dir,
läßt Träume entstehen,
läßt nach vorne mich sehen,
läßt mir ein Ziel -
ich wachse an ihr so viel.

Solltest du sie erfüllen,
all meine Sehnsucht stillen,
gäb es kein Bangen und Hoffen,
keine Wehmut und Melancholie-
an der ich märtyrerisch ertrinke dann...

Sei für mich der unerreichbare Mann,
von dem ich endlos träumen kann.


© M.Brandt

Tag x

Gedankengedicht zum Thema Betrachtung
von  Martina.

Während ich mit den Kindern
Weihnachtsplätzchen aussteche,
und in Gedanken schon
mit dem Wischer
die Küche von Mehl befreie,
das Abendessen koche,
und überlege,
wie mein Roman,
den ich abends im Bett lese,
ausgehen mag,
beschäftigt mich die Frage,
wann und wie ich endlich erfahre,
was genau
der Sinn des Lebens ist.

Kommt er wie ein Komet vom Himmel
und trifft mich mit voller Wucht an den Kopf?
Streift er meine Wange,
wie ein zarter Windhauch,
oder sitzt er am letzten Tage
bei mir auf dem Totenbett
und grinst mir schadensfroh
mitten in das zeitzerfressene Gesicht,
als wolle er sagen:
Du hast es voll verkackt, warst so blind,
du hättest ihn nicht mal erkannt,
wenn er dir vor den Füßen gelegen hätte
und du drüber gestolpert wärst.

© M.Brandt

 

 

Wie eingewachsen

Übermenschliches
leistet ein Herz,
wenn es eine Person
herausreißen muss,
die es beschlossen hat,
ein Leben lang
nicht mehr loszulassen.

© M.Brandt

 

Tagtäglich

Seit Kinderschuhentagen
wartest du auf den großen Tag,
der dich aus allen anderen
Normalsterblichen emporhebt,
der dich zu etwas Großem und Besonderen macht.

Viele Tage sind seit dem
durch das Jahrhundert gezogen,
haben dir die Farbe aus dem Haar gerissen
und Falten und Furchen im Gesicht hinterlassen,
und du wartest immer noch -
deine Uhr schon fast abgelaufen.

Dabei war dieser heißersehnte Tag,
jeder Tag, den du gewartet hast,
genau dieser Tag!

© M.Brandt

 

Nachdenker

Mit fragendem Blick geboren,
immer dieses Verstehen wollen, müssen!
Suchender sein in jeder Sekunde.
Ein Hinterfrager in allen Dingen.
Skeptiker sondergleichen.

Vor allem aber:
Ewig Hoffender!

© M.Brandt

 

Du -
bist wie ein neuer, junger Morgen für mich.
Vielversprechend geht die Sonne auf,
taubesprenkelt funkelt jeder Wassertropfen
an Gräsern und Halmen.

Nebelschwaden
verschwinden mit jedem Atemzug
in meine Lunge,
geben ein Gefühl von lebendiger Frische.

Du -
mit dir beginnt mein Tag
mit einem Wunder.

© M.Brandt

 

 

Angstwelle


Zwischen Atemzügen,
unvorhersehbar -
zieht ein Unwetter der Seele auf.

Launenhafte Gefühle,
krallen sich fest,
machen mich selbst zur Zentnerlast,
unter der ich zusammenbreche.

Bitterste Kälte
kriecht mit jedem Gedanken
in mein Hirn,
breitet sich wie ein Inferno aus.
Bewegungslos, starr mein Geist.

Dieser Teufels-Sog,
aus dem ich nicht entkommen kann.

Fluchtlos und furchtvoll
bleibe ich zurück
und bitterlich betend:

Lass ein warmes Herz
in meiner Nähe sein.

© M.Brandt

 


Aus.geschlossen

Ich will gar nicht mehr wissen, wie es war,
wie nah ich dir einmal war,
jetzt bin ich viel zu weit weg,
weiter als ich jemals war-
ohne deinem Gesicht in meinem Haar.

Gefühle sind wie bunte Vögel,
können verschwinden über Nacht,
als hätte es sie nie gegeben,
ziehen aus - aus deinem Leben,
dreimal nur kurz aufgelacht!

Niemals mehr
möcht ich nach hinten sehen,
keine Sequenz wird mir je fehlen,
keine Nacht, die ich mit dir verbracht,
wird mich jemals quälen.

Aufgelöst jede Erinnerung,
im Salzsäurebad der Ignoranz,
Keine Zeit zu verweilen, um Wunden zu heilen,
ich verschwinde schon vorher
zwischen den Zeilen, die ich nie schrieb.

Es gibt keinen,
nicht mal einen -
Augenblick,
in dem ich blieb.

© M.Brandt

For you

Musik, meine Welt - mein Leben,
näher kommt und geht mir kein Mensch -
und nichts kann mir mehr geben.

Sie bringt mich zum denken,
zum lieben und lachen,
kann mit ihr schlafen oder Nächte durchwachen.

Keine Hand kann mich so berühren!
Sie öffnet alle Türen.
Ton um Ton, Stück um Stück
zieht sie mich in ihren Bann.

Nichts kann mich so verführen,
mich zähmen, meine Wut lähmen,
doch die Musik- sie kann!

© M.Brandt

 

 

Wie ein Wahnsinniger, ein Irrer,
hat mich das Leben gezeichnet,
nein - wohl eher gemeißelt.

Krater und Falten im Gesicht,
Kratzer und Risse  im Herzen.
Es beliebte nicht so oft
mit mir zu scherzen.

Gebeugt hat es mich in einer Tour,
manchmal konnt ich nicht mehr gehen,
doch davon wurd ich stärker nur,
konnte weiter und tiefer, als andere sehen.

Hat mich gezwungen,
zu akzeptieren, ohne zu verstehen,
in Watte gepackt hat es mich nie,
vieles ließ es einfach geschehen,
und ich ging zu oft in dir Knie.

Doch es hat mich gelehrt
stark zu sein und einzustecken,
den Kopf oben zu halten,
um nicht zu verrecken.

© M.Brandt

 

 

Unaufhörlich



Jeden Tag auf's Neue
erwacht kraftvoll der Morgen
aus einer Nacht voller Dunkelheit,
die vieles vor unseren Augen versteckt.

Das Herz der Erde schlägt
durch die Jahrtausende hindurch,
spielt das Stück der Ewigkeit
mit ihren Gezeiten.

Wunder um Wunder hat sie zu bieten,
eines folgt dem anderen,
von Sonnenauf,- bis Sonnenuntergang,
und darüber hinaus Mystik und Magie.

Mensch, wo hast du nur deine Augen?


© M.Brandt

 

Verwoben

Hab gleich dazu getextet:

Hallelujah

Bin verwoben mit jedem Blattgrün,
jedem Sonnengelb und Nachtblau,
all dem Sternenstaub,
jedem Herzschlag von Mensch und Tier.

Ich weiß, ich werde mit jedem Frühling erwachen,
mit jedem Sommer in voller Blüte stehen,
mit jedem Herbst Ernte sein
und mit jedem Winter ruhen...

Bin mir sicher, dass in jedem Wolfsheulen,
Adlerschrei, meine Sprache versteckt liegt.
Mein Herz ist in der Lage, jede zu verstehen,
vor allem, wenn sie aus Augen spricht.

Doch auch wenn alles schweigt,
und ich mich keines Wortes
und keines Bildes mehr bemächtigen kann,
werde ich wissen und spüren:

Ich bin in allem und alles ist in mir,
und die Liebe ist das Größte,
ist der Klebstoff,
der alles - in Ewigkeit zusammenhällt.

© M.Brandt


Sonne und Sterne

Es gibt viele Menschen,
die wie Sterne sind,
die dir ein wenig Licht
in die dunklen Stunden bringen.
Sei dankbar dafür, denn sie passen auf,
dass du nicht verlorengehst,
dass du zurückfindest.

Aber dann
gibt es nur einen Menschen,
und dieser ist die Sonne für dich!
Er erhellt ALLES auf wunderbare Weise,
selbst die dunkelsten Flecken
in deiner Seele und durchflutet jeden Winkel
mit seinem warmen Licht.
Mit ihm findest du nicht nur deinen Weg,
er IST dein Weg.

© M.Brandt

 

Windstoß

Um hundert Ecken heult der Wind.
Die ganze Nacht hindurch
umwehte er jeden Strauch.
Nachbars Katze durchkämmte er das Fell
und streifte ihren den Bauch.

Er kam mir entgegen
und blies mir wütend ins Gesicht,
ich käme ihm grad gelegen,
jetzt hätte ich den Segen,
ich wäre ein Mensch - ein armer Wicht.

Fürwahr, wenn ich das alles so lese,
was in der Welt so grausames geschieht,
so läßt es sich nicht bestreiten,
und meine Augen wühlen in Weiten,
es ist das ewig alte Lied:

Menschen sind nicht alle gut,
für viele muss ich mich wirklich schämen,
mich viele Stunden schrecklich grämen,
da staut sich soviel Hass und Wut,
kann meinen Ärger kaum noch zähmen.

Doch dann seh ich auch solche Herzen,
die wärmer sind und nicht eiskalt,
denen Ungerechtigkeiten schmerzen,
die mir lieb und teuer sind,
und mein letzter, kleiner  Halt.

Sie sind die, die mir noch Hoffnung geben,
dass es schön ist - unser Leben.

© M.Brandt

 

Zauberbild

Zaubermorgen, was nahmst du mich gefangen,
hab in deinen Nebelarmen -
zärlich festgehangen.

Sonnenglut durchdrang frostbenetzte Bäume,
und was spielend mir gelang -
ich baute mir ein Reich der Träume.

Zauberhaftes Glitzerfunkeln, knirschende Freundenschritte,
atemverschlagend -staunend versunken
und ich in des Wunder's goldener Mitte!

© M.Brandt

 

Und ich gehe durch Nächte,
die kälter sind als der Nordpol,
weil mein Herz nackt
in meiner Brust poltert,
wie ein betrunkener Obdachloser.

Und die Jahre kriechen mir über die Haut,
hinterlassen ihre Furchen,
saugen das Braun aus meinen Haaren,
bis sie silberner scheinen als die Sterne,
aber die Zeit altert nicht,
nicht einen Tag, nicht eine Stunde,
nicht eine Minute.

Sie bleibt jung und kraftvoll,
wie ich gerne wäre.
Und ich denke mir:

Wie kann Zeit so grausam sein,
erst schmeichelt sie, lässt dich in dem Glauben,
sie wäre dein Freund,
dabei hat sie schon ihre spitzen Zähne
in deine Jugend geschlagen,
und saugt dich aus.

Sie lebt davon,
alles vergänglich zu machen,
alles mitzunehmen,
was sie streift.

Jede Sekunde
reißt sie mir ein Stück Glanz aus den Augen.

© M.Brandt

 

 



Verschieden (Amen)

Sie flüstern nicht mehr.

All deine Berührungen schweigen.
Unter einer dicken Staubschicht des Vergessens
sind sie erstickt - endlich!

Selbst wenn nicht,
hätte ich mein Gehör für sie verloren.

© M.Brandt

 

 

Ich würde dir gern die Ewigkeit versprechen,
doch das vermag ich nicht,
denn ich weiß genau,
dass die Zeit Herzen verwandelt -
mit jedem Tag, jedem Gedanken, jedem Gefühl.

Ein Für- immer
ist so leicht gesagt,
aber so schwer zu halten,
wenn es sich wie eine Schlinge
um deinen Hals legt,
weil man sich auseinander gelebt hat
und einander fremder geworden ist,
als Fremde auf der Straße.

Ich würde gern sagen,
dass ich deine Hand niemals mehr los lasse,
aber manchmal braucht es genau das,
um glücklich zu werden.
Aber eines kann ich dir schwören,
sie soll dir immer HALT sein
und nie Last.

© M.Brandt

 


Ich weiß nicht,
wer mir eingebläut haben muß,
dass es etwas ganz Großes geben muss,
welches mich
heller strahlen lässt als die Sonne,
tiefer sinken läßt, als das Meer,
so unglaublich glücklich macht,
dass ich blind vor Liebe
dafür sterben würde,
in ewigem Entzücken.

© M.Brandt

 

 

Glutrote Herbstküsse,
jeden hab ich mir gegönnt,
nicht einen hab ich entkommen lassen.
All die,
die ich von dir nicht bekam,
pflückte ich mir vom sterbenden Laub.
Meine Träume von uns
habe ich unter ihnen begraben.

© M.Brandt

 

Philosophenherz

Nicht müde werdend,
meine Gedanken - immerkreisend.

Unvorstellbare Weiten und Tiefen,
jeder Gedanke einen anderen gebärend,
ein Universum an Möglichkeiten
und größter Interpretationsspielraum.

Meere voller Emotionen
durchquerend,
halten wollend,
erklärend
in Texten voller Poesie.

Doch niemals
käme ich zuende,
nicht einmal dann -
sollte ich nur eine Stunde davon
auf's Papier bringen.

© M.Brandt

Wirklich leben tun wir nicht in den vielen Jahrzehnten,
wo das Leben nur monoton und gleichmäßig vor sich hinplätschert,
sondern in jenen, wo du denkst:
Nein, es wäre total verrückt das zu tun,
und du es trotzdem machst.

Dann, wenn dir der Adrenalinstoß um die Ohren knallt,
und Nächte, in denen du Sterne sehen kannst,
obwohl der Himmel bedeckt ist.
Situationen, in denen dein Herz zittert, bebt, tanzt und lacht,
wo das Leben Kopf steht und du meinst,
dass es nie intensiver und aufregender war
und die Sicht aus dieser Perspektive einfach genial.

© M.Brandt

 

Als hätte sich
meine Seele aus dem Staub gemacht,
als wäre mein Körper von ihr verlassen,
ein leerer Tempel,
wo Gebete keinen Abnehmer finden.
Der Kapitän hat das
sinkende Schiff verlassen,
das Boot treibt ziellos umher.

Leergefegt mein Inneres,
wie eine Wüste, die jedes zarte Grün
höllenartig verschluckt.
Einsamer als ein Eremit,
fremder als ein Außeridischer,
schleppe ich mich voran,
ohne Ziel.

Gleichgültigkeit
hat sich wie ein Flächenbrand
über Tage und Nächte gelegt.
Als hätte das Leben alle Farben verloren,
und nur zähflüssiges Grau zurückgelassen,
welches mich nicht mehr ausspucken will.

Am liebsten würde ich
mit einem wunderbaren Frühlingstag verschmelzen,
eins sein,
funkensprühend voller Leben,
und Liebe fühlen
innen und außen
und ich mittendrin.

M.Brandt

 


Gräbst dich mit deinem Panther-Blick
durch meine Iris hindurch
bis tief in meine Eingeweide hinein,
ziehst sie auf links,
schüttelst dabei flüchtig meine Hand
zum Gruß.
Du wirst meine Welt sein,
ab heute,
flüstert mir eine innere Stimme.

Ich nicke ihr
wie in Trance zustimmend -
in dein Gesicht.

© M.Brandt

 

Verkeilt

Es gibt Herzen
die das Schicksal
einfach brutal zusammenknallt
was nie und nimmer gepasst hätte
als wollte es sich nicht
von solch kleinen Bagatellen
wie totale Gegensätze
ins Handwerk pfuschen lassen

© M.Brandt

 

 

Ich lese Bücher über Bücher,
aber überall, von Anfang bis Ende,
steht nur dein Name.

© M.Brandt

 

Auch noch mit 90 Jahren -
da bin ich mir zu 100 % sicher,
werde ich tief im Herzen
immer noch das Kind von damals sein:

Neugierig, alles hinterfragend,
Wunder sehend,
naiv an das Gute glaubend,
hinter jede Ecke schauend,
mit jeder Menge Träume im Blick,
die ich kunterbunt in die Welt verstreue.

© M.Brandt

Traumhalterin

Lass mir meine Träume,
ich werde dir einfach fern bleiben,
damit sie vor dir in Sicherheit sind.

Die Realität
würde ihnen nur das Genick brechen.
Irgendeine unbedachte Geste
oder ein kränkendes Wort,
würde ihr Mörder sein.

© M.Brandt

 

Maik's Life

Spiele mich durch das Leben,
lasse die Saiten tanzen.
Der Rythmus liegt mir im Blut
legt Adrenalin in mir frei.
Meine Gitarre, meine Songs,
beste Freunde - wir drei!

Viele Nächte durchgespielt,
Zigaretten und Whiskey
gingen oft dabei drauf.
Es ist nicht so sehr der Alk,
es sind mehr die Akkorde,
an denen ich mich besauf.

Die Musik ist meine Seele,
ohne sie wäre ich
wie ein Mensch ohne Beine,
sie ist mein Halt, mein Gerüst,
hab oft staunende Münder geküsst,
doch gefangen nahm mich keine.

© M.Brandt

 


Hunds-tage

Und dann wachst du einen Tages auf
und dein bester Freund
ist nicht mehr an deiner Seite.
Du hast gehofft, gebetet,
es wäre nur ein böser Traum.

Du reibst dir die Augen,
doch es bleibt bittere Realität:
Du bist alleine, mußt damit klarkommen,
dass ein wichtiger Teil
deines Lebens fehlt.

Niemand anderer
wird dieses Loch füllen können,
doch was er dir zurrückließ,
wird den Schmerz
ein wenig erträglicher machen:

Ein paar Spuren im Sand,
aber viele Erinnerungen,
die dein Herz hüpfen lassen.
All das wird in dir leuchten, dich wärmen -
Trost sein - bis zum Wiedersehen.

© M.Brandt



Halbzeit

Und eines Tages
kannst du es mit geschlossenen Augen sehn,
dass deine Welt nicht mehr dieselbe ist.
Deine Nächte matt und sternenlos
und deine Tage
werden keine Geschichten machen.

Die Zeit rinnt dir aus der Haut,
hinterläßt den Geschmack
von fader Vergänglichkeit
Dem gleichmäßigen Schlag deines Herzens
kann nichts mehr
aus den Takt bringen,
und die Gewohnheit frisst dir aus der Hand
wie eine altersschwache, zahnlose Katze.

Alles Wichtige aus Jungendzeit
hat im Alter an Gewicht verloren,
nur die Gewissheit,
die Angst, das Leben zu verpassen,
drückt dir zentnerschwer
auf die Seele.

Sie fliegt schon lange nicht mehr.

© M.Brandt

 

Meinen Weg habe ich schon zur Hälfte
zurückgelegt,
habe gedacht, die meißten Fehler
lägen bereits hinter mir.
Doch sie liegen jeden Morgen
wie neu geboren
neben mir auf dem Kopfkissen,
und grinsen mich bereits an,
wenn ich aus dem Schlaf erwache
und die Augen öffne.

Sie werden bei mir bleiben,
bis meine Lider
ihren letzten Schlag tun.

© M.Brandt

 

Susi, ich möchte dir sagen:

2 Jahre ist es jetzt her,
und doch -
es schmerzt noch immer sehr,
dass dein Weg in den Himmel führte,
und ich Verlassenheit nur spürte.

Jeden Tag fällt es mir schwer,
ein Teil meines Herzens -
ist grau und leer,
da blüht ausser Trauer -
einfach gar nichts mehr.

Hast mich lange Zeit begleitet,
dein Schnurren war Balsam
für meine Wunden.
Freude hat es mir bereitet,
Katzenwelten zu erkunden.

Nun ist ein Loch da - riesengroß,
du nicht mehr auf meinem Schoß.
Was könnte diese Leere füllen,
und meine Sehnsucht
nach dir stillen?

Doch eines nur:

Komm von deinem Himmel runter,
und mach alles wieder bunter,
dann wäre das Leben zu ertragen,
komm auf Samtpfoten und weisem Blick,
einfach her - zu mir zurück!!!

© M.Brandt

 

... und dann frage ich mich,
was das Leben soll?
Was es für mich bereithält,
wo der Weg lang geht,
damit ich meine Bestimmung
erfüllen kann.

Es gibt diese Tage,
da fühle ich mich in einer Sackgasse,
da bin ich blind
wie ein Vogeljunges im Nest.
Tage in denen Nacht herrscht
und selbst die Sonne mir
kein Licht sein kann.

© M.Brandt

 


Diese verliebten Maitage im Herzen,
die es erzittern lassen,
sanft, wie die Flügel eines Schmetterlings,
der eine Mohnwiese erspäht.
Für ihn ist der Himmel blutrot.
Für jedes Herz trägt der Himmel
eine andere Farbe, sie ist egal-
solange man darin schweben kann.


© M.Brandt

 

Die Seele fließen lassen,
wie einen Fluß,
ihr die Freiheit geben,
sich einen Platz zu suchen,
aus dem sie dem schweren Grau
deines Herzens entkommen kann.
Irgendwann schleicht das Herz
hinterher.
Regenbogenfarben
besitzen größere Kräfte.


© M.Brandt

 

Hineinhorchen
in sich -
in die Tiefe
ins Herz
die Seele.
Der einzigen Stimme nachspüren,
die dir wirklich
etwas Wichtiges zu sagen hat.


© M.Brandt

 

Du mein Kind,
bist mein Herz und meine Seele,
die auf der Erde weiter verweilt,
wenn der Himmel
meinen Körper zu sich ruft.

© M.Brandt

Nimm deinen Hut,
deinen Mantel
und dein Herz und geh,
wenn  du nicht geliebt,
oder zumindest gemocht
und  respektiert wirst.

© M.Brandt

 

Lass dein Herz deine einzige Königin sein!

© M.Brandt

 


Ich werde dich lieben,
soviel wie möglich ist,
ohne dass die Liebe für mich selber
dabei in Gefahr gerät,
in ein ungesundes Verhältnis
abzurutschen.

© M.Brandt

 

Ich zweifelte
mir viele Falten ins Gesicht,
weil ich das Leben
und die Menschen nicht verstand.

Ich zweifelte mich
durch Tage und Nächte,
durch Sommer und Winter,
und jeden Schritt, den ich ging.

Und nun, wo ich alt bin,
und nur noch annehme was ist,
ohne Gründe zu hinterfragen,
hat der Zweifel mich verlassen.

Was zurückblieb, sind seine Spuren,
die mich daran erinnern,
wieviel unnütze Zeit ich
mit Zweifeln verlor.

© M.Brandt

 

Freie Bahn

Nichts werde ich mir nehmen lassen,
nichts unterdrücken -
nicht ein Lächeln,
nicht eine Träne,
die ihren Weg aus meinem Herz
ans Licht nehmen wollen.

© M.Brandt

 

Flüchtlingsherz

Will verschwinden
in meine Welt der Träume,
untertauchen
in der Phantasie meines Geistes,
in die Tiefen meines Unterbewußtseins.

Dort,
wo ich meine eigenen Farben erfinden
und Bilder malen kann,
die mich entzücken.

Dort, wo ich fliegen kann,
durch Wattewolken,
oder tauchen im tiefblauen Ozean -
in diese faszienierende Wunderwelt.

Will mich herauskristallisieren
aus  dem grauen Alltag,
mit all den Sorgen,
fliehen vor den Menschen,
die meine Wunden aufreißen -
mit ihren unbedachten Worten.

Möge der Schlaf
mich in seinen Strudel ziehen,
mich entführen
aus dem Jetzt und Hier,
wo mir unendlich vieles
das Atmen und
das Herz schwer macht.

© M.Brandt

Zieh den Schleier der Jugend
von meinem Gesicht,
und schau ob du das,
was du dann siehst -
noch lieben kannst...

© M.Brandt

 

N(ich)ts

Und wie aus dem Nichts,
erschreckt dich der Gedanke,
eines Tages NICHTS zu sein,
wenn du deinen letzten Atemzug
ausgehaucht hast,
wenn dein Herz den letzten Schlag
in den Sand gesetzt hat,
und deine Augen
für immer geschlossen bleiben.

Die ersten Jahrzehnte
erinnert noch ein Stein
mit deinem Namen
an deine einstige Existenz,
doch schon 2 Generationen weiter,
gibt es nichts mehr.
Wenn man großes Glück hat,
gräbt jemand alte,
vergessene Fotografien von dir,
vom Dachboden aus.
Beim Entrümpeln
fallen sie deinen Ur-Urenkeln
in die Hände,
und während sie ihre Mutter fragen,
wer diese Person ist,
wird ein hilfloses Fragezeichen
in ihren Augen stehen.

Mehr bleibt nicht....

© M.Brandt

 

Das, was wirklich schmerzt im Alter,
das ist nicht die Gicht,
nicht die Pumpe oder
die schlechten Augen..

Das, was dir wirklich
bis in die Seele weh tut,
sind die vielen Wunder die man
als solche nicht erkannt hat,
und die Chancen, die ungenutzten,
und die Träume, die verratenen...


© M.Brandt

 

Solange du noch
Neid, Missgunst und Hass
in dir spürst,
bist du eher
spirituell unterbelichtet,
als erleuchtet.

© M.Brandt

 

Wenn jeder Traum ausgeträumt ist,
jedes Geheimnis geteilt,
jeder Stern
von allen Seiten beleuchtet
und nach dir benannt wurde,
gibt es kaum noch etwas,
zu entdecken.

Tisch und Bett geteilt,
sowie das Essen und jeden Gedanken,
wenn man alles zusammen gemacht
und beredet hat,
alle Höhen und Tiefen gemeistert,
und seinen festen Platz
in der Gesellschaft erreicht,
dann stellt sich die Frage:

Erwarte ich jetzt nichts mehr?
Gibt es nicht auch Träume,
die man nur alleine träumen kann?
Gibt es noch ein Ich alleine,
ist es überlebensfähig ohne das WIR?

Die Sicherheit,
die Harmonie
haben Lust und Leidenschaft
als Pfand genommen...

Ich will sie zurück.


© M.Brandt